Beim Häkeln von Amigurumis kommt es nicht nur auf die Anleitung an. Auch Garn, Häkelnadel und die eigene Fadenspannung spielen eine große Rolle.
Besonders spannend wird es, wenn man die gleiche Puppe mit demselben Garn, aber mit unterschiedlichen Nadelstärken häkelt.
Auf dem oberen Bild siehst du drei Puppen, die alle nach derselben Anleitung und mit dem exakt gleichen Garn entstanden sind.
Der einzige Unterschied: Die linke Puppe wurde mit einer 3,5 mm Häkelnadel gehäkelt, die mittlere mit 3 mm und die rechte mit 2,5 mm.
Und obwohl zwischen den einzelnen Nadelgrößen jeweils nur 0,5 mm liegen, sieht man den Unterschied sofort.
Mit einer kleineren Häkelnadel werden die Maschen fester und dichter. Die Puppe wird dadurch kleiner, kompakter und oft auch etwas stabiler. Das kann besonders bei Amigurumis praktisch sein, weil die Füllwatte weniger stark durchscheint und die Form schön klar bleibt.
Mit einer größeren Häkelnadel werden die Maschen lockerer. Die Puppe wird größer, weicher und manchmal auch ein bisschen beweglicher. Das kann ebenfalls sehr schön sein, vor allem wenn man eine etwas größere Kuschelpuppe möchte oder bewusst mit unterschiedlichen Größen spielen will.
Wichtig ist aber: Keine dieser Puppen ist „richtiger“ oder „falscher“ als die andere. Sie wurden alle nach derselben Anleitung gehäkelt – sie haben nur durch die Nadelstärke jeweils ihren ganz eigenen Charakter bekommen.
Gerade bei meiner Anziehpuppe Toni ist das ein spannender Punkt. Denn Toni bekommt ja nicht nur einen Körper, sondern auch Kleidung. Und spätestens bei der Puppenkleidung wird es wichtig zu wissen, mit welcher Nadelstärke die Puppe ursprünglich gehäkelt wurde. Eine Hose, ein Kleid oder ein Pullover sitzt natürlich anders, wenn die Puppe mit 2,5 mm statt mit 3,5 mm gehäkelt wurde.
Damit du später nicht rätselnd vor deiner Toni sitzt und denkst: „Moment mal … welche Nadel hatte ich denn damals noch mal in der Hand?“, gibt es jetzt ein Style-Sheet für deine Puppe.
Darin kannst du genau notieren:
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mit welcher Nadelstärke du deine Puppe gehäkelt hast
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welches Garn du verwendet hast
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welche Farben und Farbnuancen du gewählt hast
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und welche Besonderheiten deine Puppe hat
Das ist besonders praktisch, wenn du später noch weitere Kleidung häkeln möchtest oder eine zweite Puppe im gleichen Stil entstehen soll. Denn ja: Auch wenn 0,5 mm erst einmal nach fast nichts klingt – beim Häkeln kann dieser kleine Unterschied ziemlich groß werden.
Und falls deine Puppe am Ende ein bisschen größer, kleiner, schmaler oder runder wird als am Foto: Bitte nicht ärgern. Das ist beim Häkeln völlig normal. Jede Hand häkelt ein bisschen anders. Jede Toni darf ein kleines Einzelstück sein.
Genau das macht Amigurumis doch so besonders: Sie entstehen nicht aus einer Maschine, sondern aus deinen Händen, deiner Spannung, deinem Garn und deiner ganz eigenen Art zu häkeln.
